URLAUBSGESCHICHTEN ZU AMERIKA

 

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► Urlaubsgeschichte von M.Rother

"Dies ist für mich meine spannendstes Erlebnis der letzten Jahre. Ich habe für das Kreuzfahrtunternehmen AIDA gearbeitet und durfte im Zuge dessen den ein oder anderen Ort entdecken. In dieser Zeit bekam ich die Möglichkeit, neben meiner Tätigkeit an Bord, mich an manchen Tagen wie ein Urlauber zu fühlen und Ausflüge zu begleiten. Mein schönster und aufregendster Ausflug war auf den Bahamas in Nassau. Dies war der 2. Anlauf in Nassau und meine Freundin und ich durften den Tauchausflug mitmachen. Wir waren beide sehr aufgeregt, da es nach unserem Tauchschein, der 1. richtige Tauchgang gewesen ist, aber da wir unsere Kollegen dabei hatten, waren wir uns sicher und fühlten uns gut begleitet. Wir fuhren zu der Station Stuart Cove’s Dive. Dort bekamen wir vorab unsere Taucheranzüge und wurden auf dem Boot in allem weiteren von den örtlichen Tauchern noch zusätzlich instruiert. Es ging los! Der Nervosität stieg immer weiter an, je weiter wir raus fuhren. Da wir ein paar mehr Leute gewesen sind, wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und unsere Taucher von Bord haben diese kleinen Gruppen dann begleitet. Taucherausrüstung an und ab ins Wasser. Da wir beide schon etwas aufgeregt waren, hatten wir am Anfang ein paar Schwierigkeiten unsere Atmung zu kontrollieren und somit abtauchen zu können. Unsere Tauchlehrer waren dennoch sehr geduldig mit uns und beruhigten uns beide. Wir gingen langsam Meter für Meter unter Wasser. Beide waren wir schon stolz auf uns, dass wir unten am Boden ankamen und was wir dann gleich als erstes sahen war so unglaublich beeindruckend, dass ich mich heute noch so dran erinnere, als sei es gerade eben gewesen. Wir sahen Riffhaie. Sie schwammen einfach zwischen uns umher. Im 1. Tauchgang waren es nur vereinzelt ein paar und wir sahen noch viele andere bunte Fische und Korallen und Riffe. Es war einfach beeindruckend! Als wir wieder auftauchten waren wir beide schon überglücklich, wann in seinem Leben sieht man aus nächster Nähe Riffhaie, zum greifen nahe?! Der 2. Tauchgang steht bevor und wir machen uns nach einer kurzen Pause fertig….wir tauchen ab. Unter Wasser erkennt man einen Kreis aus Steinen. Wir sind in 2er Gruppen aufgeteilt und sollen zu zweit an den Steinen Platz nehmen. Erst passiert nichts….als wir nach oben sahen, kam die eine Tauchlehrerin von der Basis in einem Kettenanzug und mit einem kleinen Käfig runter und es wurden auf einmal unglaublich viele Riffhaie. Wir waren direkt umgeben von ungefähr 20-30 Riffhaien. Vor unseren Augen wurden sie gefüttert und wir waren ihnen so nah, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Zweimal stocke mir ein wenig der Atem und man weiß ja, die Regel beim Tauchen, langsam und stetig Atmen….Mir schwamm ein Hai direkt am Haaransatz entlang und einer kam mir Auge in Auge zu geschwommen und kurz vor meiner Nasenspitze wich er nach links aus, so dass dieser mein Ohr berührte. Mein Adrenalinspiegel stieg so dermaßen an, dass ich gar nicht wusste wie mir geschah. Es war einfach unglaublich und ich bin bis heute dankbar und froh darüber, dass ich diese Erfahrung erleben durfte. Es sind solch unglaubliche Erinnerungen für mich, die ich nie missen möchte."

 

► Urlaubsgeschichte von S.Schmidt

"Reisen… das kann so aufregend sein! So abwechslungsreich, so spannend so vielseitig. Sechs Wochen lang bin ich in den Semesterferien mit meiner Freundin Anke durch Südamerika gereist. Auf unserer Route: Argentinien, Bolivien, Chile und Uruguay. Wir sahen alles von atemberaubenden Iguazù-Wasserfällen, über die Atacama-Wüste bis hin zu Geysiren und Vulkanen, bewunderten Pinguine, Lamas und Flamingos, feierten Karneval mit Argentiniern, tranken Wein mit Chilenen, trommelten mit Uruguaynern und lachten mit Menschen aus aller Welt. Eines Tages fuhren Anke und ich mit zwei weiteren Reisenden nach Tupiza in Bolivien, um von dort aus eine viertätige Tour bis zur Salzwüste in Uyuni zu starten. In diesen vier Tagen waren wir wie in eine andere Welt versetzt. In einem Jeep fegten wir über Schotterpisten durch die sich stetig wandelnde Landschaft. Auf jeder Etappe sah es ganz anders aus – mal grün und fruchtbar, mal sandig trocken. Dann und wann brodelten graue Geysire vor sich hin, hier und da fand sich mitten in der Wüste eine heiße Quelle zum Baden. Wir sahen Felsen und den versteinerten Baum. Gand besonders beeindruckend fand ich aber die Lagunen. „La Laguna colorada“ rief unser Fahrer Javier, als wir an einer bunt schimmernden Lagune hielten. Jede Lagune war auf ihre Art anders. Dann kamen wir zur „Laguna roja“, die – wie der Name schon sagt – tatsächlich rot ist. Lange wanderten wir um die Lagune herum. Neben uns grasten Alpakas und mitten in der Lagune sahen wir unzählige Flamingos. Wir setzten uns an den Uferrand und lachten und alberten herum. „Ankes pinke Jacke passt ja perfekt zu den Flamingos“, sagte einer von uns. „Du solltest auch mal in die Lagune gehen und dich dazustellen.“ Anke ließ sich so etwas nicht zweimal sagen, krempelte ihre Hose hoch und stapfte in die Lagune. „Ihh das fühlt sich ganz komisch an den Füßen an… und durch das rot gefärbte Wasser kann man nichts sehen.“ Nach und nach streiften wir nun alle Ankes pinke Regenjacke über, wagten und an den Rand der Lagune ins Wasser und hoben ein Bein hoch, um es einem Flamingo gleichzutun. Auch Sebastian zog sich ziemlich unbeholfen die viel zu kleine Jacke an und stolperte im Wasser herum. Anke und ich saßen am Ufer, trockneten unsere vermatschten Füße und lachten uns kaputt. Dann ging es weiter, bis wir unsere Unterkunft erreichten. Wir schliefen in einfachen Steinhäusern, auf einfachen Matratzen. Es gab weder Duschen noch Elektrizität – auch kein Licht. Abends im Bett erzählten wir uns Gruselgeschichten und Witze. Am nächsten Tag erreichten wir schließlich die letzte Station: Die Salzwüste. Wir waren in Uyuni angekommen, in der Zivilisation, wo Anke und ich Abschied von unseren Mitreisenden nahmen und uns ein Busticket nach Chile kauften. Über den Norden von Chile ging es bis Santiago und schließlich mit dem Bus durch Argentinien bis nach Uruguay. Jeden Tag erlebten wir Neues, lernten Menschen kennen und probierten natürlich auch die lokalen Köstlichkeiten. Leider hatten wir nicht immer Glück: Den einen Tag aßen wir leckeren und sündhaft teuren Fisch vom Markt mit chilenischem Wein dazu, den anderen verbrannte Eier mit einer unreifen Avovado und Toast – weil ich meine Kreditkarte im Bankautomaten in Bolivien vergessen hatte und wir pleite waren. Reisen heißt eben auch, mal auf Bequemlichkeit zu verzichten. Mit Flip Flops zu duschen, im Achterschlafraum den anderen beim Schnarchen zuzuhören. Aber es heißt auch, jeden Tag Neues zu entdecken, nette Menschen aus aller Welt zu treffen und unvergessliche Erfahrungen zu machen. Das haben wir und niemals werde ich die aufregendsten sechs Wochen meines Lebens vergessen!"

 

► Urlaubsgeschichte von J.Paßmanns

"Im Juli/August 2013 habe ich einen 5 wöchigen Freiwilligendienst in Bolivien geleistet. In einem Camp, das mitten im Dschungel liegt, das nächste Krankenhaus ist 6 Stunden entfernt, es gibt keinen Strom und kein Warmwasser.
In diesem Camp, Ambue Ari, kümmert sie die Organisation Communidad Inti Wara Yassi um Wildkatzen, Affen und Vögel, welche in Gefangenschaft aufgewachsen sind und unter schlechten Bedingungen ausgewachsen sind und nicht mehr in der Lage sind, alleine in der Wildnis zu leben. Die freiwilligen Helfer sorgen dafür, dass die Tiere ihre tägliche Ration Futter bekommen und ausreichend beschäftigt werden, dass heißt, dass man mit ihnen an einer Leine spazieren geht, mit ihnen kuschelt, ihr Essen gut im Käfig versteckt oder ihnen was vorliest/-singt. Alleine die Tatsache, mit einem Jaguar, Puma oder Ozelot an einer Leine spazieren zu gehen oder gar mit Ihnen zu kuscheln, ist unvorstellbar. Die Tiere haben schon einiges in ihrem Leben durchmachen müssen, sonst wären sie nicht in Ambue Ari. Genau deshalb, ist es wichtig, dass man langsam eine Bindung zu den Tieren aufbaut und eine Mindestzeit von 30 Tagen mit ihnen verbringt. Während meines Aufenthaltes durfte ich mit Vanesso arbeiten. Vanesso ist ein Ozelot, dessen Mutter im Dschungel erschossen wurde und er als Baby auf dem Schwarz Markt an einen Chinesen verkauft wurde. Dieser hielt die Wildkatze in einem viel zu kleinen Käfig in einem chinesischen Restaurant, um als Attraktion Gäste anzulocken. Nun lebt er in Ambue Ari, wo er anfangs ein Problemkind war, da er Probleme hatte, sich den Menschen zu öffnen - Männer dürfen noch heute nicht mit ihm arbeiten. Unter Frauen ist er meistens ein Gentlemen, hat aber, wie jeder, mal einen schlechten Tag. Alles in einem war dieser Urlaub großartig, aber zwei Momente sind mir noch sehr stark in Erinnerung: An meinem ersten Tag, als ich mit raus zu Vanesso durfte, war mir klar, dass es eine Weile dauern könnte, bis er mir Zuneigung zeigen würde. Wir gingen zu seinem Gehege, wo wir ihn aus weiterer Entfernung schon mit "Holla Vanesso" begrüßten. Er wartete schon am Zaun auf uns und wir hielten unsere Hände an den Zaun, damit er riechen konnte, wer da ist. Er kannte mich nicht, kam auf meine Hände zu und schnupperte dran. Ich muss zugeben, ich hatte ein wenig Angst. Doch als er mir im nächsten Moment über die Hand leckte und mir damit seine Zuneigung zeigte, war es ein magischer Moment. Eine andere Freiwillige, welche schon 3 Monate mit ihm gearbeitet hatte, meinte, dass sie so eine Reaktion noch nie von ihm gesehen habe. Ich wusste genau, dass die kommenden Wochen unvergesslich werden würde. Und vor allem wusste ich nicht, was zwei Tage später passieren würde. Ich war noch in der Einarbeitungsphase und somit waren wir zu dritt, anstatt zu zweit. Zum Glück, wie sich später rausstellte. Ich muss sagen, Vanesso ist kein guter Kletterer. Seitdem er durch einen Kampf mit einer Dschungelratte einen Teil seines Ohres und Schwanzes verloren hatte, hatte er leichte Gleichgewichtsprobleme. An diesem Tag hatte er aber anscheinend trotzdem Lust dadrauf. Er sprang an einem Baumstamm hoch und saß in ca. 2,20m Höhe in einer Zwille. Umrundete einen Ast und wollte wieder runterspringen. Die Leine gab kein Seil mehr und Vanesso hing in 2 Metern Höhe an seinem Halsband und wurde stranguliert. Wir waren sprachlos und wussten nicht, was wir machen sollten. Kurzer Hand nahm ich eine der anderen Freiwilligen auf den Rücken und sie bildete mit ihrem Rücken eine Platform für Vanesso, damit er Luft bekommen konnte. Die dritte von uns lief zurück zum Camp, ein ca. 20 minütiger Marsch durch Urwaldpfade. Wir riefen ununterbrochen das Codewort für einen Notfall "Cuie". Niemand hörte uns. Ich weiß nicht, wie lange ich da mit der Last auf meinem Rücken stand, aber es fühlte sich an, wie Stunden. Kurz bevor ich zusammengebrochen wäre, nach etwa 30 Minuten, kam die erhoffte Hilfe. Man löste mich sofort ab und der Baum wurde gefällt. Ich war so froh, als Vanesso gesund und munter aus dem Baum befreit wurde. Dieser Moment erinnert mich immer daran, wenn man in der Schule darüber spricht, dass man enorme Kräfte aus den Reserven des Körpers entwickeln kann, wenn es um Leben oder Tod geht und bis dahin, hatte ich nie daran geglaubt. Ich wusste, wenn ich jetzt nachgeben würde, würde Vanesso ersticken. Ich hätte nie gedacht, dass ich solche Kräfte entwickeln könnte. Trotz diesen Vorfalls, war die Zeit mit Vanesso einmalig. Ich spare mein Geld bereits auf einen erneuten Besuch, dies wird aber nicht so bald sein. Ich bin gespannt, ob er mich dann noch erkennt."

 

 

► Urlaubsgeschichte von M. Bergmann

"Eine Urlaubsgeschichte aus 32 Tagen Reise, 5.307km Strecke, 75 Std. Busfahrt und 11 wundervollen Orten: Der vielleicht kleinste und untouristischste Ort unserer Reise durch Argentiniens Süden war wohl Camarones, ein kleines Fischerstaedchen am Atlantik irgendwo in der Mitte zwischen Puerto Madryn und Comodoro Rivadavia. Es war Freitag und wir hatten Glück, denn es fuhr ein Bus von Puerto Madryn die 3,5 Stunden nach Camarones. Wir hatten im Reiseführer von dem kleinen Städchen gelesen, und wussten nicht mehr als das es “ganz schön” und “noch ziemlich ursprünglich” sein sollte. Bei unserer Ankunft an dem kleinen Busbahnhof fragten wir uns erstmal nach einer Unterkunft durch, ja einen Campingplatz sollte es geben, direkt am Meer. Mit unseren Rucksäcken machten wir uns auf den Weg, der Campingplatz war geschlossen, wie viele andere Sachen auch zu dieser Zeit, es ist schließlich Winter. Auf einem verblassten Schild mit der Aufschrift “Hostel” guckten wir uns dann nach diesem um. Man sagte uns wir müssten an der Straßenecke klopfen, da wohne die Señora, der das Hostel gehört. Eine etwas ältere Dame öffnete uns die Tür und empfing uns sehr herzlich wie wir es von den Argentiniern gewohnt waren. Es war ein kleines gemütliches Hostel, wie ein Wohnhaus und außer uns war noch Carlos da. Carlos, wie wir später herausfinden sollten, ist Fischer und leidenschaftlicher Koch. Wir richteten uns also ein und erkundeten dann erstmal das kleine Örtchen und seinen wunderschönen Steinstrand. Die Brandung war einfach unglaublich und lies die kleinen runden bunten Kiesel am Strand auf und ab kullern. Wie schon gesagt es ist Winter hier und es war der erste Handschuhtag unserer Reise trotz strahlendem Sonnenschein. Zurück am Hafen haben wir dann den Sonnenuntergang abgewartet und  die Fischerboote beobachtet, wie sie aufs Meer hinausgefahren sind. Abends waren wir dann mit Carlos zum einkaufen, kochen und essen verabredet. Er hatte am Tag zuvor frische Langusten vom Fischerboot mitgebracht, die er für uns mit Pasta zubereiten wollte. Wir kauften also zusammen ein und Carlos fing an zu kochen und erzählte uns nebenbei aus seinem Leben. Es war ein sehr lustiger Abend für alle, denn auch wenn Carlos kaum Englisch und mein Freund kein Spanisch spricht, konnte man Carlos auf seine Art verstehen. Bis zu diesem Tag war es das beste Abendessen unserer Reise und es sollte auch das beste bleiben! Ich bin mir nicht sicher ob es an Carlos Kochkünsten, den zarten Langusten oder dem kleinen Fischerdorf lag, dass es so gut geschmeckt hat, denn wahrscheinlich war es einfach eine Mischung aus allem-patagonische Lebensfreude. Am nächsten Tag sollte es für uns weitergehen, denn auch wenn uns dieses Dorf so gut gefallen hat, wollten wir es mit genau diesem Tag in unserer Erinnerung behalten. Wir wussten dass nachmittags ein Bus fahren sollte (der nächste übrigens erst wieder am kommenden Dienstag), aber Carlos hatte uns dazu ermutigt per Anhalter weiter zu reisen und noch mehr tolle Erfahrungen zu sammeln. Bepackt machten wir uns also zum Ausgang der kleinen Stadt auf um zur Ruta 3 zu trampen. Dann fing die Zeit des Wartens an und in 2 Stunden hielten immerhin 6 Autos, alle sehr freundlich aber leider wollte keiner wirklich weg aus der Stadt. Es lief darauf hinaus dass wir eine lustige Wartezeit verbracht haben und dann unser Trampen für diese Reise aufgeben haben und den Bus nahmen. Was wir nicht wussten: an dem Wochenende standen im ganzen Land Wahlen an und jeder ist in Argentinien verpflichtet in seiner Stadt zu wählen, so dass auch niemand an diesem Wochende Camarones verlassen wollte. Vielleicht war Camarones also der kleinste und untouristische Ort unserer Reise, aber er war auf jeden Fall seinen Besuch wert und wir werden uns immer an den Abend mit Carlos und an sein leckeres Essen erinnern."

 

► Urlaubsgeschichte von E. Schlottmann

"Unseren letztjährigen Urlaub verbrachten wir in den Chilcotin Mountains in der kanadischen Provinz British Columbia. Mit einem kleinen Wohnmobil machten wir uns auf den Weg in die Abgeschiedenheit der Berge. Fernab jeglicher Touristenströme fanden wir an einem malerischen kleinen See einen einsamen Campground, auf dem wir unser Lager aufschlugen. Wir waren dort ganz allein – zumindest glaubten wir das. Doch nachdem wir unsere Campingstühle am Ufer des Sees aufgestellt hatten und die Ruhe genossen, krachte plötzlich etwas hinter uns im Gebüsch. Vorsichtig schauten wir zu den Büschen hinüber, um herauszufinden, wer dort durch das Unterholz krachte, und im nächsten Moment wussten wir es. Nur wenige Meter von uns entfernt saß ein Schwarzbär, der ganz genüsslich die Beeren von den Sträuchern knabberte! Er hob kurz den Kopf, schaute uns prüfend an und beschloss dann, sich nicht durch uns stören zu lassen. Wir hielten den Atem an und schauten gespannt zu, wie sich dieses schöne Tier langsam durch die Büsche arbeitete, dabei immer wieder einzelne Zweige herumbog, um die daran hängenden Beeren zu verspeisen. Als er nach einer Weile genug davon hatte, trollte er sich langsam wieder tiefer hinein in den Wald. Nun rechnet man ja in der kanadischen Wildnis durchaus mit Bären, aber direkt auf dem Campground hatten wir eine Begegnung nicht erwartet. Was also tun? Da wir ganz allein dort waren, mussten wir uns mit dem Bären arrangieren, zumal wir uns ja in seinem zu Hause befanden. Abends am Lagerfeuer wurde uns klar, dass er immer noch in unserer Nähe war, denn es krachte erneut verräterisch im Unterholz. So achteten wir gut darauf, dass unser Feuer sichtbar loderte, bis wir beschlossen, es zu löschen und zu Bett zu gehen. Am nächsten Morgen wurden wir sehr früh geweckt – kleine Streifenhörnchen turnten über unseren Köpfen auf dem Dach des Wohnmobils herum. Als wir die Augen öffneten und aus dem Fenster schauten, sahen wir auch unseren neuen Freund, den Bären, erneut. Er trottete gemütlich am Seeufer entlang, planschte ein wenig im Wasser – und setzte sich dann direkt vor den Eingang unseres Campers. Wie sollten wir jetzt aus dem Fahrzeug kommen, ohne ihn zu erschrecken? Wir wollten ihn weder verjagen noch einen Angriff provozieren. So saßen wir gut eine Stunde lang fest, bis der Bär beschloss, seine Ruhepause zu beenden und wieder in den Wald zu trotten. Als wir anschließend zu unserer Wanderung aufbrachen war klar, dass wir uns auf jeden Fall bemerkbar machen mussten, um den Bären unterwegs nicht plötzlich zu überraschen. So riefen wir alle paar Meter „Hey Bear“, während wir durch den Wald wanderten. Auch wenn wir alle anderen Wildtiere damit ebenfalls verscheuchten wussten wir, dass es wichtig für unsere Sicherheit und auch für die des Bären war, nicht plötzlich unerwartet vor ihm zu stehen. Und so hielten wir es an jedem Tag – morgens und abends besuchte uns der Bär, tagsüber wanderten wir, und am späten Nachmittag schauten Rehe und Schneehasen auf dem Campground vorbei. Wir ließen den Wildtieren ihren Raum, und unsere Belohnung waren wunderschöne Beobachtungen, die wir niemals vergessen werden."

 

► Urlaubsgeschichte von J.Paulsen

"Ushuaia, Feuerland – Argentinien. Da fährt man gebeutelt von den deutschen Streikarien der Deutschen Bahn und Cockpit, auf der Suche nach Entspannung, Ruhe und Einigkeit ganz weit weg, auf die andere Seite der Welt, besser, ans Ende der Welt und was passiert? Nichts hat sich geändert. Unverhofft streikende Arbeitnehmer. Nach den stärksten Schneefällen der letzten Jahre, wie uns vertrauliche Quellen mitteilten, hatten wir Glück Ushuaia überhaupt erreicht zu haben. Die Lage in den schmalen Seitenstraßen war so festgefahren, dass man als Insasse eines Pkw höllisch aufpassen musste, sich nicht arg den Kopf anzustoßen, wenn das Auto vom einen in den anderen Eiskanal rutschte und hin und her geworfen wurden. Das Bergpanorama der vereisten Straßen war ähnlich gigantisch wie das Ushuaia umgebende. Aufgrund dessen hatten sich die Taxifahrer entschlossen, die Arbeit niederzulegen. Die Straßen waren mit Ihren Taxen nicht mehr befahrbar und somit wurde kein Geld verdient. Das musste der Stadtverwaltung verdeutlicht werden. Erster Tag: Stadtkreuzung blockiert, umfahrbar. Durchaus beeindruckt, aber mit dem Gedanken, „ist ja halb so wild, da wo wir hin wollen, kann man ja noch hin fahren“, buchten wir blauäugig und den argentinischen Streikwillen unterschätzend, für den kommenden Tag die „Husky-Experience“ Hundeschlittentour. Abfahrt per Shuttle: 7:40 Uhr (Ortszeit), Veranstaltungsort: außerhalb, Anzahl der Teilnehmer: 12. So weit so gut. Am nächsten, sehr kalten, diesigen und leicht regnerischen Morgen, wurden wir entsprechend nach Plan, um zwanzig vor acht vom Shuttle eingesammelt und fuhren weitere 50 Minuten von Hotel zu Hotel, die übrigen Teilnehmer innerhalb Ushuaias abholen. Diese Praxis kannten wir bereits aus El Calafate. Für mich, als nicht spanisch sprechende Person, war noch alles in bester Ordnung, aber irgendetwas schien nicht ganz so zu sein wie es sollte. Meine Freundin, als quasi Spanisch-Muttersprachlerin, konnte dann im Radio aufschnappen, dass die werten Taxifahrer allem Anschein nach den zweiten Tag in Folge streikten. Der Vortagsstreik schien nicht die gewünschte Wirkung gezeigt zu haben und es wurde noch einmal eine Schippe drauf gelegt. Zweiter Tag: einzige Zufahrtsstraße nach und aus Ushuaia blockiert, nichts ging mehr. Damit war die voller Vorfreude erwartete „Husky-Experience“ bis auf weiteres abgesagt. „Für weitere Infos werden wir sie im Laufe des Nachmittags anrufen.“ Mag jetzt erstmal nicht nach der super Urlaubsgeschichte klingen, aber letztendlich wurde die Tour auf den nächsten Tag verlegt, womit wir zum angenehmen Teil kommen. Angefangen beim Wetter war an dem Tag alles besser. Die Taxifahrer hatten versichert frühestens am Montag wieder zu streiken, heute ist Samstag und die Straßen wurden mit Hochdruck geräumt. Die Gruppengröße hatte sich auf drei Teilnehmer, meine Freundin, den Italiener Antonio (ehemaliger Physiotherapeut vom AC Florenz) und mich reduziert und wir wurden diesmal mit als letztes abgeholt, konnten somit länger schlafen. Notiz: Warum sich die Gruppengröße so drastisch reduziert hatte, können wir uns bis heute nicht erklären. Unsere Vermutung, am Vortag hat doch noch eine Tour stattgefunden, unsere Gasteltern, Bekannte meiner Freundin, haben allerdings mit dem Veranstalter geklärt, wir fahren erst am nächsten Tag, Punkt. Wir haben nämlich keinen Anruf mehr erhalten, die Beiden konnten uns beiläufig in einem Nebensatz sagen, dass wir am nächsten Tag die Tour machen würden. Jedenfalls haben wir uns den Lauf der Dinge durchaus gefallen lassen. Wir sind doch noch dazu gekommen Hundeschlitten zu fahren, haben per Privatunterricht eine Einweisung in Technik und den Umgang mit den Hunden bekommen und konnten die unbeschreibliche Landschaft, bei super Wetter in vollen Zügen genießen."

 
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