URLAUBSGESCHICHTEN ZU AFRIKA

 

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► Urlaubsgeschichte von D.Kempf-Seifried

"Zwei Frauen, zwei Männer, zwei Autos, ein Kontinent.
Vorläufiges Ziel: Kapstadt.  
35.000 km , 23 Länder, 10 Monate, Polizeikontrollen, Schmiergelder, Auto Pannen, Minenfelder, Heiratsanträge, Buschfeuer, Raubüberfalle, Sandstürme, Taschendiebe, Gefängnisstrafen, Bettler, Prostituierte, Betrüger, Schutzengel, wilde Tiere, atemberaubende Landschaften, Überraschungen und unglaubliche Momente. Langweile kam nie auf. Nachdem wir (Barbara, Sarah, Marcel und Ich) uns über das Internet gefunden hatten, konnte die Reise beginnen. Für jeden von uns gab es ein anderes unvorhersehbares Ziel. Die Autos: Marcels alter Land Rover und ein Mercedes 190D den es zu verkaufen galt. Die Reise begann in Göggingen. Sarah und ich machten uns auf den Weg nach Innsbruck um Barbara abzuholen. Zu dritt ging es nach Marokko mit einigen Stopps auf dem Weg. Dort trafen wir auf Marcel. Nachdem wir einige Wochen kreuz und quer durch Marokko tourten, ging es durch die Westsahara an die Grenze nach Mauretanien.  Mittlerweile kannte jeder die Schwächen des anderen und es galt sich gegenseitig zu respektieren. Die mauretanische Grenze hatte es in sich. Nach einer ewigen Warterei bei der Ausreise aus Marokko musste ein Streifen Niemandsland durchquert werden, der übersät war von Landminen. Außerdem gab es keine Straßen, sondern steinige Fahrspuren. Zum Glück gab es viel Grenzverkehr und wir folgten den anderen Autos , um sicher zu gehen keine Mine zu überfahren. Nach stundenlangen Grenzschikanen, konnten wir endlich die Grenze passieren und erreichten vor Sonnenuntergang die Stadt Nouadhibou. Mauretanien ist geprägt vom Islam und Alkohol ist illegal. Nicht selten wurden wir gefragt ob wir alkoholisches zu verkaufen hätten. Außerdem treibt hier die Al Quaida sein Unwesen. Aus diesem Grund wollten wir uns nicht länger als nötig im Land aufhalten. Auf dem Weg in die Hauptstadt beschlossen wir einen Nationalpark an der Küste zu besuchen. Die Anfahrt war ein Abenteuer. Es gab wiedermal keine Straßen, nur meterhohe Sanddünen. Der Mercedes kämpfte sich durch den Sand nachdem wir den Reifendruck vermindert hatten. Bei der Rückfahrt erreichten wir gerade noch rechtzeitig die Teerstraße, bevor ein heftiger Sandsturm aufkam. Navigiert haben wir anhand der Himmelsrichtungen. Nach einigen Tagen Aufenthalt in der Haupstadt Nouakchott, trennten sich unsere Wege das erste Mal. Marcel und Barbara fuhren wieder in den Norden des Landes zusammen mit Siddi, einem Einheimischen den wir im Hostel getroffen hatten. Sarah und ich fuhren in den Senegal und lagen einige Tage am Strand, im Kolonialstädtchen Saint Louis. Zusammen mit einem amerikanischen Pärchen, die in Dakar lebten, machten wir uns auf den Weg dorthin. Doch die Teerstraße war uns zu langweilig und wir bogen ab zum Strand und fuhren diesen entlang bis in die Hauptstadt. Es gibt dabei zwei Vorteile: Keine Polizeistopps und es macht einen Riesenspaß. In Dakar konnten wir bei Devon und Michael, den Amerikanern, übernachten. Nach einigen tollen Tagen war unser nächstes Ziel das Saloum – Delta an der Grenze nach Gambia. Sarah entschied sich von nun  an eigene Wege zu gehen. Sie fuhr zurück nach Dakar um nach Bamako zu fliegen. Dort setzte sie ihre Reise mit einem Neuseeländer, den wir unterwegs getroffen hatten fort. Ich fuhr weiter in das kleinste afrikanische Land, Gambia. Nach Problemen an der Grenze, wegen eines Tränengas-Sprays, wollte mich der Polizist inhaftieren und kassierte Schmiergeld. Mit der Fähre überquerte ich den Gambia-River und erreichte abends die Hauptstadt Banjul. Einige Tage später schlug ich mein Lager an einem traumhaften Strand im Süden des Landes auf. Weihnachten war ein absolutes Highlight. In Kartong, im Süden Gambias, gab es ein Weihnachtsfest, welches ich nie vergessen werde. Das ganze Dorf kam zusammen und feierte. Alte Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder einfach alle. Es gab Palmwein und es wurde gesungen, getanzt, musiziert und viel gelacht. Barbara und ich waren die einzigen Weißen, wir wurden integriert und von allen Seiten befragt. Einen weiteren unvergesslichen Moment hatten wir bei einem Polizeistop. Unser Auto und Gepäck wurde nach Drogen durchsucht. Dabei fanden die Polizisten einen Samen in den Rillen meines Fahrersitzes und vermuteten Cannabis. Sofort wurde ich festgenommen und mein Auto und Gepäck in Gewahrsam genommen. Im Polizeirevier sah ich schon die Gefangenen, die mich begrüßten. Ich wurde verhört. Nach zwei Stunden lag ich dann völlig verzweifelt auf dem Schreibtisch. Als Barbara dann die deutsche Botschaft anrufen wollte, ließ mich der Beamte frei. In Zukunft sollen wir bei jedem Krümmel das Auto staubsaugen, damit sowas nicht wieder passieren kann, meinte er. Auf unglaublich schlechten Straßen, die der Mercedes zu meiner Verwunderung gut überstand, erreichten wir nach einigen Tagen, total verdreckt und hungrig, Bamako in Mali. Wir organisierten Visas und warteten auf Siddi, den wir aus Mauretanien kannten. Zusammen bestaunten wir die Sehenswürdigkeiten des Landes, wie z.B. die größte aus Lehm gebaute Moschee der Welt in Djenne oder das Land der Dogon. Nach dieser Tour wurde der Mercedes verkauft. Siddi war eine sehr große Hilfe bei den Verhandlungen. Ohne ihn wäre alles viel schwieriger gewesen. In den kommenden Ländern Burkina Faso, Benin und Nigeria haben wir uns nicht sehr lange aufgehalten, da wir zügig weiterkommen wollten, bevor die große Regenzeit begann. Nach Problemen mit Polizisten, dem Auto und den Straßen erreichten wir Kamerun ganz im Norden. Das Land bietet von der Sahara über die Sahelzone, paradiesische Strände, Berge und Urwald einfach alles und wird auch Afrika in Kleinformat genannt. Der Land Rover war nun schon ziemlich mitgenommen und wir machten uns keine große Hoffnung Südafrika jemals zu erreichen. Der abenteuerlichste Abschnitt lag ja noch vor uns. In diesem Land hielten wir uns vier Wochen lang auf. Gleich zu beginn lernten wir Abu einen Einheimischen kennen, der auch lange Zeit in Deutschland gelebt hatte. Er stand uns zur Seite und unterstützte uns so gut er konnte. In Yaounde, der Hauptstadt, geschah das Unerwartete. Wir würden überfallen. Drei mit Macheten und Eisenstangen bewaffnete Männer lauerten nachts auf uns im Gebüsch. Marcel wurde erwischt, verwundet und ausgeraubt. Ein Security Guard kam mit Pfeil und Bogen zu Hilfe. Die Räuber verschwanden. Wenig später kamen ca. 10 Polizisten und wir wurden mit aufs Revier genommen um den Bericht zu liefern. Für die Anzeige mussten wir dann auch noch Geld zahlen. This is Africa. Das nächste Land war Gabun und bestand größtenteils aus dichtem Urwald. In einem kleinen Dorf mitten im Dickicht lernten wir zwei Franzosen kennen, die die Aufgabe hatten ausgesuchte Bäume zu Fällen und das Tropenholz lieferbereit für Länder auf der ganzen Welt zu machen. Es durfte nur ein Baum pro Hektar gefällt werden um den Wald nicht nachhaltig zu zerstören. Aber die Chinesen roden dort weiterhin große Flächen und nehmen keine Rücksicht auf Verluste. Korruption sei Dank. Wir überquerten den Äquator, es war ein tolles Gefühl. Der Dschungel hörte langsam auf und wir erreichten auf einer Hochebene die Grenze zum Kongo. Schon von anderen Reisenden hörten wir, dass wir hier den schlimmsten Straßenabschnitt zu erwarten haben. Und so war es auch. Gleich nach der Ausreise aus dem Gabun, hörte der Asphalt auf und tiefe Sandspuren folgten. Nach den ersten 100 Metern hatten wir uns schon festgefahren und der Grenzbeamte kam uns zu Hilfe. Auf den nächsten 120 km wurde es eher noch schlimmer. Nachdem wir das Auto in den nächsten zwei Stunden noch einige Male freigraben mussten, fing es zu unserer Begeisterung auch noch zu regnen an. Zu den sehr sandigen Passagen kamen nun auch tiefe Schlamm- und Wasserlöcher dazu. Als es dann bereits schon dunkel war hatten wir 70 km geschafft. Wir campierten neben der Straße. Nach einem schnellen Reistopf fielen wir dann auch total müde und dreckig in unser Zelt. Für die letzten 50 km übelste Piste benötigten wir weitere 8 Stunden. In einem kleinen Dorf war die Grenze in den Kongo. In einer Lehmhütte mit Strohdach saß der Grenzbeamte und füllte frustrierend langsam seine Formulare aus und stempelte den Pass. Wir waren im Kongo. Spätnachmittags erreichten wir ein Straßenbau camp von dem wir zuvor schon gehört hatten. Dort konnten wir kostenlos übernachten, fernsehen, duschen und essen. Was für ein Luxus nach zwei Tagen im Schlamm. Zwei Tage später erreichten wir Brazzaville, die Hauptstadt des Kongo, am Ufer des Zaire Flusses. Dort verbrachten wir einige Tage bei einem Franzosen auf dessen Restaurantgelände wir campen konnten. Wir genossen bestes Essen, Billard und Internet bevor es auf die schwierige Route durch die demokratische Republik Kongo und Angola ging. Um in den DRC zu kommen gab es eine Fähre nach Kinshasa. Es war dort unglaublich chaotisch und brutal. Die Fähre war völlig überladen mit vor allem Menschen mit Behinderungen die irgendwelche Waren mitschleppten, denn sie hatten kein Zoll zu bezahlen. Rollstühle waren umgebaut zu kleinen Lieferwägen. Unfassbar! Bei der Ankunft verließen die Blinden in einer Menschenkette das Schiff. Dabei wurden sie von den Polizisten grundlos mit Keilriemen ausgepeitscht. Es war wirklich menschenverachtend an dieser Grenze. Uns wurden erstmal sämtliche Papiere abgenommen. Ein Mann im weißen Kittel, der behauptete ein Arzt zu sein kam auf uns zu. Für 60 USD mussten wir nun unser Auto mit Chlor desinfizieren lassen um ja keine Viren und Bakterien in den DRC zu schleppen. Gute Idee um Geld zu machen, nur leider etwas unglaubwürdig. Vor allem sprühte dieser Mann auch nur unsere Reifen ein. Erst als wir die Quittung dieses Arztes bekommen hatten, bekamen wir dann unsere Pässe und Autopapiere zurück. So schnell wie möglich flüchteten wir, bevor diesen Leuten noch andere Dummheiten einfielen. In einer katholischen Mission in Kinshasa konnten wir übernachten. Tage später erreichten wir die angolanische Grenze am späten Abend. Da wir nur ein 5 Tagesvisum bekommen hatten, wie die meisten anderen Reisenden auch, wollten wir abends unseren Reisepass für den nächsten Tag stempeln lassen um jede Minute in Angola ausnützen zu können. Es waren immerhin 2000 km die wir in 5 Tagen, bei afrikanischen Strassenverhältnissen, zu fahren hatten. Der Grenzbeamte wollte uns auch den Stempel für den nächsten Tag geben, doch irgendwie konnten er die Zahlen nicht austauschen und ging zu seinem Bos. Minuten später kam er zurück und meinte er müsse uns mit dem heutigen Datum stempeln. Na toll, nun hatten wir also nur noch 4 Tage um nach Namibia zu kommen. Mit unserem Auto unmöglich und zurück in den Kongo ließen sie uns auch nicht. Also fuhren wir bei strömenden Regen in der Dunkelheit nach Angola. Im ersten Dorf entdeckten wir eine Schule. Wir fragten bei den Einwohnern ob wir an der Schule campen konnten. Kein Problem, aber ich müsse uns erst beim Dorfchef anmelden. Der hatte eine Freude, drei weisse Gäste zu haben und gab uns ein Jawort. Der Lehrer sperrte uns sogar die Schule auf, sodass wir im trockenen kochen und schlafen konnten. Der nächste Tag war mal wieder frustrierend. Die Straßen waren schlammig und übersat mit Löchern. Und das Auto fuhr nur noch mit Vollgas. Immer wieder schalteten wir es ab um nicht zu schnell zu werden. Übernachtet haben wir dieses Mal in einer total heruntergekommenen Polizeistation mit halb verfaulten Matratzen. Wir haben es überlebt. Am nächsten Tag geschah das lang erwartete. Mitten im angolanischen Busch auf einer Piste blieb das Auto stehen. Motorschaden. Die Fahrt war zu Ende. Ein chinesischer LKW Fahrer schleppte uns zu seiner Begeisterung bis ins nächste Ort. Dort stellten wir unser Auto an der Polizeistation ab, zerlegten den Motor und warteten stundenlang auf eine Mitfahrgelegenheit nach Luanda. Währenddessen bekam Barbara auch noch Fieber. Es konnte nur besser kommen. Einige Chinesen fuhren vorbei und wollten uns nicht mitnehmen. Nach einigen Stunden hielt dann ein bereits überladenes Auto mit Afrikanern an. Sie meinten, dass wir da auch noch reinpassen. No problem. Ich weiß zwar nicht wie wir das hinbekommen haben, aber 30 min später waren alle 8 Personen mit viel Gepäck im Auto. Unterwegs hatten wir zudem noch  eine Reifenpanne. Zehn Stunden später erreichten wir zu unserer Erleichterung Luanda. Marcel und Barbara gingen erstmal ins Krankenhaus während ich unser Gepäck ins Hotelzimmer schaffte. Was für ein Tag mal wieder. Unser Antrag auf Visumsverlängerung wurde abgelehnt und es waren noch 1200 km bis Namibia. Marcel entschied sich nach Deutschland zu fliegen um dann zwei Monate mit Autoersatzteilen wieder zurückzukommen. Das Auto hat er dann tatsächlich wieder fit bekommen und Namibia erreicht um das Auto dort zu parken. Wir waren jetzt nur noch zu zweit. Mit dem Bus ging es am nächsten Morgen nach Benguela, ein nettes Küstenstädtchens. Die Kommunikation war nicht leicht, denn keiner von uns sprach portugiesisch. In diesem Örtchen kamen wir in einem Hotel das einer Amerikanerin gehörte unter. Außerdem leitete sie Englischsprachkurse. Genau an diesem Tag als wir ankamen war ihre Englishclas. Wir die zwei Abenteurer, waren das Unterrichtsthema und wurden von den Studenten ausgefragt. Am nächsten Morgen wieder eine lange Busfahrt nach Lubango. Es war übrigens der fünfte Tag und somit war unser Visum abgelaufen. Es waren noch 500 km bis an die Grenze. Am nächsten Morgen saßen wir wiedermal im Bus nach Santa Clara, dem Grenzort zu Nambia. Doch auf dem Weg dahin gab es einen Polizeistop die auch unsere Pässe kontrollierten und unsere abgelaufenen Visa entdeckten. Es gab eine ewige Diskussion und Martinho, den wir im Bus kennenlernten setzte sich für uns ein. Zum Glück war auch ein Polizist als Fahrgast im Bus, der ebenfalls auf unserer Seite war und die Reisepässe irgendwann in der Hand hielt. Es war wiedermal nervenaufreibend. Abends waren wir an der Grenze die leider schon geschlossen hatte. Martinho meinte wir sollen morgen mit ihm die Grenze überqueren, sein Onkel wäre dort ein Grenzbeamte.  Am nächsten Tag waren wir ziemlich nervös bei der Ausreise. Aber Martinho regelte alles für uns und es gab keine weiteren Probleme. Was für ein Gefühl, wir waren in Namibia. Zwar total am Ende aber wir waren da. Es war ein Kulturschock. Aspaltierte Straßen, überfüllte Supermärkte und alles hatte seine Ordnung. In Tsumeb quartierten wir uns bei Monika im Mousebird Backpacker ein. Wir hatten eine tolle Zeit dort und beinahe hätten wir uns entschieden, eine Weile dort zu arbeiten. Aber wir mieteten uns für zehn Tage einen Kleinwagen um ins Kaokoveld zu den Himbas zu fahren. Wir erlebten sternenklare Nächte inmitten von unberührter Natur. Danach war es Zeit weiter Richtung Süden in das mir schon bekannte Windhoek zu fahren. Ich konnte dort einige Zeit arbeiten und Barbara half in einer Superküche „Home of good hope“ aus, in der Waisenkinder Essen und ein wenig Abwechslung vom harten Leben im Slum bekommen. Wochen später ging es für Barbara zusammen mit Rene, einem altbekannten Afrikareisenden, weiter Richtung Kapstadt. Ich war zu dieser Zeit bereits im Süden des Landes mit einem Arbeitskollegen. Von dort ging es für mich per Anhalter weiter Richtung Süden. Ich stand nun an einer Raststätte mitten im Nirgendwo und was seh ich da? Renes Auto. Zusammen mit Barbara saß er im Cafe. Total überrascht begrüßten wir uns und fuhren dann zusammen die letzten 1500 km bis ans Kap der guten Hoffnung. Happy End. Pünktlich zur WM 2010 waren wir nun in Kapstadt und bekamen auch Ticktes für das Spiel ItalienParaguay. Aber unsere Wege trennten sich von nun an. Rene und Barbara fuhren wieder nach Windhoek und ich stieg in einen Bus Richtung Johannesburg mit unbekanntem Endziel. Da Südafrika während der Fussball WM zu teuer und überlaufen war, flüchtete ich nach Zimbabwe. Dort gab es einiges zu sehen und das Wetter war besser. Ein Highlight war die Zugfahrt zu den Victoria Falls. Auf dem Weg dorthin fuhren wir durch einen Nationalpark. Plötzlich blieb der Zug stehen. Es ging die Nachricht herum, wir hätten einen Elefanten überfahren. Da es Nacht war konnte ich nix sehen. Aber immer mehr Leute stiegen aus dem Zug und rannten auf den Gleisen zurück. Da ich sehr neugierig war, wollte ich mir mal ansehen was da los war. Als ich näher kam hatte ich schon den typischen Wildgeruch in der Nase und ich sah den Elefanten, er war tot. Einige Fahrgäste hatten Messer dabei und schlitzten das Tier auf um das Fleisch zu gewinnen. Total geschockt rannte ich zurück in den Zug, denn man konnte schon den Rest der Elefantenherde im Busch hören. Nach 6 Stunden wurde unsere zerstörte Lok ausgetauscht und wir rollten weiter bis zu den Victoria Falls. Zambia war das nächste Land. Dort organisierte ich mir ein Ticket für eine drei tägige Zugfahrt von Lusaka bis an den indischen Ozean nach Dar es Salaam in Tanzania. Die Zugfahrt war eines unter vielen Highlights. Bei jedem Stop kamen viele Menschen ans Fenster. Verkäufer, Bettler, Kinder, Schaffner, Polizisten. Im Speisewagen gabs Essen und Getränke und ich lernte viele nette Leute kennen. Nach 3,5 Tagen erreichten wir die tropische Küste von Tanzania und Rahel, die ich schon aus Kapstadt kannte, begrüßte mich und brachte mich in ihre Wohnung. Tage später, lag ich im Strandparadies Zanzibar. Eine Hotelangestellte lud mich zu ihrer Familie auf die Nachbarinsel Pemba ein. Dankend nahm ich die Einladung an. Ich erhielt Einblick in eine afrikanisch-arabische Kultur der Swahili mit einer unglaublichen Gastfreundschaft. Pemba ist der totale Gegensatz zu Zanzibar. Kaum Touristen, Bettelarm und streng muslimisch. Leider war zu dieser Zeit gerade der Ramadam und es war nicht gerade einfach tagsüber Essen aufzutreiben. 10 Tage später saß ich dann in einem alten Schiff zurück zum Festland nach Tanga. Mein letztes Ziel war nun Nairobi in Kenya. Dort endete auch meine Reise nach nach ca.35 000 km. Die ersten Tage zurück in Deutschland waren ein Kulturschock für mich. Mein Heimatdorf wirkte auf mich wie ausgestorben. Die Menschen verstecken sich hier in den Häusern. Wo war das Leben? Afrika ich verneige mich. Diese Reise hat mein gegenwärtiges sowie auch zukünftiges Leben in jeder Hinsicht verändert!"

 
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